Skip to main content English

Die kürzeste Verbindung zwischen Forschung und Patient:innenversorgung

Beim Stadtspaziergang spricht Vizerektorin Michaela Fritz über gesellschaftliche Verantwortung, Translationale Medizin und das Potenzial von wissenschaftlicher Kooperation.

Wie wird aus Forschung medizinischer Fortschritt? Indem Wissen geteilt, Kräfte gebündelt und Grenzen zwischen Forschung und Patient:innenversorgung überwunden werden. Die neuen Forschungsgebäude der MedUni Wien und enge Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen schaffen dafür neue Möglichkeiten und haben ein klares Ziel: wissenschaftliche Erkenntnisse schneller zu den Patient:innen bringen und der Gesellschaft verständlich machen.

Abspielen

Wissenschaft braucht Vertrauen. Gerade wenn gesundheitliche Fragen die Gesellschaft beschäftigen, sieht Michaela Fritz, Vizerektorin der MedUni Wien für Forschung und Innovation, die Universitäten in der Verantwortung, Forschung verständlich und zugänglich zu machen. „Dieses Vertrauen entsteht nicht durch Schlagzeilen, sondern dadurch, dass wir uns öffnen und sehr verständlich erklären, was wir machen und wie wir auch forschen“, sagt die Vizerektorin für Forschung und Innovation der MedUni Wien. Formate wie die Lange Nacht der Forschung, bei der mehr als 10.000 Besucher:innen erreicht werden, leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Für Fritz geht es dabei um mehr als Wissenschaftsvermittlung. Vertrauen in Forschung und Evidenz stärke auch das Vertrauen in Institutionen und in die Demokratie.

Mit dem Center for Translational Medicine (CTM) erhält diese Öffnung einen neuen Ort. Seine Eingangshalle versteht Fritz als Zentrum des neuen MedUni Wien Campus: „Hier soll ein Ort der Begegnung entstehen zwischen Studierenden und Lehrenden, zwischen Kliniker:innen und Forscher:innen.“ Es soll auch ein Ort des Dialogs mit der Öffentlichkeit und mit der Gesellschaft werden. 

Begegnung und Austausch sind für sie eine Voraussetzung dafür, wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich in die Anwendung zu bringen: „Diesen Ort und diese Begegnungen werden wir brauchen, um Translation erfolgreich zu machen.“

Besonders sichtbar wird dieser Anspruch auf der Brücke zwischen dem CTM und dem Universitätsklinikum AKH Wien. 23 Meter lang und von 2.000 Schrauben zusammengehalten, verbindet sie Forschungszentrum und Krankenhaus. Für Fritz steht sie für weit mehr als Architektur: „Sie steht wirklich für die kürzeste Verbindung zwischen Forschung und Patient:innenversorgung.“ Wissenschaftliche Fragen können auf beiden Seiten dieser Brücke entstehen, in der Forschung ebenso wie in der klinischen Praxis. „Im Idealfall kommen die wissenschaftlichen Erkenntnisse unmittelbar den Patientinnen und Patienten zugute.“

Translation funktioniert dabei nicht innerhalb institutioneller Grenzen. „In der translationalen Medizin funktioniert die Entwicklung von Therapien und Diagnostik nur in Partnerschaft, wenn unterschiedliche Institutionen ihre individuellen Stärken zusammenbringen“, betont Fritz. Rund um den MedUni Campus AKH entsteht dafür ein enges Netzwerk aus universitärer und außeruniversitärer Forschung und klinischer Versorgung. Dazu gehören neben der MedUni Wien unter anderem das Center for Molecular Medicine (CeMM) sowie das St. Anna Kinderspital und die St. Anna Kinderkrebsforschung. „Wir arbeiten zusammen, um hier gemeinsam neue Technologien und Therapien zu entwickeln.“

Wie konkret diese Vernetzung bereits gelebt wird, betont auch die Ärztliche Direktorin des St. Anna Kinderspitals Caroline Hutter und nennt unter anderem Chirurgie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie und Orthopädie: „Die Kooperation zwischen MedUni Wien und St. Anna ist besonders, weil sie auf verschiedensten Ebenen stattfindet“. Im Mittelpunkt steht dabei der unmittelbare Nutzen für die jungen Patient:innen: „Wir wollen unsere Kinder perfekt versorgen. Gemeinsam arbeiten wir daran, dass unsere Patientinnen und Patienten Zugang zu neuen Therapien bekommen.“

Mit den neuen Forschungsgebäuden wird dieses Netzwerk weiter gestärkt. Das Center for Translational Medicine (CTM) und das Eric Kandel Institute – Center for Precision Medicine (CPM) schaffen neue Möglichkeiten, die Grundlagenforschung, Translationsmedizin und klinische Anwendung enger miteinander zu verbinden. 

 

“Wir wollen dort exzellent sein, wo Forschung einen großen Unterschied macht: in der Erforschung grundlegender Mechanismen, in der Präzisionsmedizin, der Prävention und in der Entwicklung von neuen Therapien.”

Michaela Fritz Vizedirektorin der MedUni Wien für Forschung und Innovation

Für Fritz ist damit auch ein Anspruch an die internationale Positionierung verbunden: Mit den neuen Forschungsgebäuden soll die MedUni Wien „zu den bedeutendsten Forschungszentren im Bereich der translationalen Forschung gehören“. Entscheidend dafür sind nicht allein Gebäude und Infrastruktur, sondern die Verbindungen, die darin und darüber hinaus entstehen: zwischen Disziplinen, Institutionen, Forschung und Versorgung und nicht zuletzt zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.