Wie verändert sich Medizin, wenn medizinisches Wissen, Biologie, Mathematik und Informatik an einem Ort zusammenkommen? Das neue Center for Translational Medicine (CTM) schafft Raum für fächerübergreifende Zusammenarbeit und eröffnet damit neue digitale Wege für eine Präzisionsmedizin, die Forschungsergebnisse schneller für Patient:innen nutzbar macht. Ulrike Attenberger und Georg Langs geben Einblicke in diese moderne Vision von Medizin.
Nach der Aktivierung werden Daten an YouTube übermittelt. Weitere Infos hier: Datenschutzerklärung
„Digital Health ist definitiv das Zukunftsthema in der Medizin“, sagt Ulrike Attenberger, Leiterin der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin. Die Digitalisierung medizinischer Informationen schafft die Grundlage dafür, große Datenmengen mit Künstlicher Intelligenz auszuwerten und für die Behandlung von Patient:innen nutzbar zu machen.
Welche Chancen sich daraus ergeben, beschreibt Georg Langs, Leiter des Comprehensive Center for Artificial Intelligence in Medicine. „Maschinelles Lernen in dem Setting hier bedeutet, dass wir von realen Patient:innen lernen, um bessere Entscheidungen bei Patient:innen treffen zu können“, erklärt er.
Ein konkretes Beispiel ist die Krebstherapie: Mithilfe maschinellen Lernens könnte bereits früh während einer Chemotherapie erkennbar werden, ob eine Behandlung erfolgreich sein wird. Auf dieser Grundlage könnten Mediziner:innen dann frühzeitig „entscheiden, ob wir auf eine andere Therapie umsteigen können, ob wir eine Operation machen können oder sollen“, so Langs.
„Ich denke das Aufregende am CTM ist, dass Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus der Technik, aus der Medizin, aus der Biologie ganz nah beieinander sein werden. […] Kooperationen gibt es fast überall, aber wenn man das zu einem Zentrum macht, bedeutet das auch, dass es entsprechend gelebt wird.“
Damit solche Anwendungen entstehen, müssen unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen eng zusammenarbeiten. Genau darin liegt für Langs eine besondere Stärke des neuen CTM. „Ich denke, das Aufregende am CTM ist, dass Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus der Technik, aus der Medizin, aus der Biologie ganz nah beieinander sein werden“, sagt Langs. Denn die Verbindung zwischen Mathematik, Medizin und Biologie „findet einfach durch unglaublich viele Gespräche statt“.
Besonders wichtig seien die Begegnungen zwischen jungen Forschenden aus unterschiedlichen Disziplinen. Dabei werde einerseits klarer, welche medizinischen Probleme mit mathematischen Methoden gelöst werden können. Andererseits entwickelten Mediziner:innen ein besseres Verständnis dafür, welche Möglichkeiten maschinelles Lernen tatsächlich bietet.
Auch Attenberger sieht darin einen entscheidenden Vorteil. „Allein schon die räumliche Nähe ist natürlich der perfekte Nährboden für einen intensiveren Austausch.“ Das CTM schafft dafür nicht nur neue Forschungsflächen, sondern auch eine Umgebung, die Begegnung und Kreativität fördert. Attenberger zeigt sich auch von der Architektur begeistert: „Ich finde, das sind einfach super schön gestaltete Räumlichkeiten mit wahnsinnig viel Licht.“ Eine solche Umgebung sei eine wichtige Grundlage, um sich wohlzufühlen und gute wissenschaftliche Arbeit leisten zu können.
„Das CTM schafft dafür nicht nur neue Forschungsflächen, sondern auch eine Umgebung, die Begegnung und Kreativität fördert.“
Langs freut sich darauf, künftig mitten in einem vielfältigen Forschungsumfeld zu arbeiten: „Ich freue mich darauf, aus dem Büro rauszukommen und in der Mitte von Forschungsgruppen aus ganz verschiedenen Gebieten zu sein, aus der Chirurgie, der Neurologie, die sich alle mit maschinellem Lernen beschäftigen und aber alle an einem Fleck sind.“
Für Langs liegt darin ein besonderes Merkmal des Forschungsstandorts MedUni Wien. „Es ist auch ein Alleinstellungsmerkmal der MedUni, dass hier die Wet-Lab-Forscher:innen, die technischen, datengetriebenen Forscher:innen zusammen an einem Ort sind. Kooperationen gibt es fast überall, aber wenn man das zu einem Zentrum macht, bedeutet das auch, dass es entsprechend gelebt wird.“
Das CTM steht damit für eine Medizin, in der digitale Daten, Künstliche Intelligenz und klinische Erfahrung immer enger zusammenwirken. Für Attenberger schafft das CTM wichtige Voraussetzungen für die Medizin von morgen: „Ich denke, mit diesem Gebäude ist die MedUni Wien perfekt gerüstet, um die Fragen der Zukunft zu beantworten.“




