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Core Facilities, die alle Stückeln spielen

Werner Höllriegl und Klaus Kratochwill über das CTM als Übersetzer zwischen experimenteller Forschung und Patient:innenversorgung

Der Weg zur maßgeschneiderten Behandlung beginnt oft lange vor der ersten Therapie: im Labor. Im neu eröffneten Center for Translational Medicine (CTM) rücken Tiermodelle, molekulare Analytik und klinische Forschung enger zusammen. Das Ziel: Krankheiten besser verstehen, neue Therapien entwickeln und wissenschaftliche Erkenntnisse schneller zu den Patientinnen und Patienten bringen.

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Das Center for Translational Medicine trägt seinen Anspruch bereits im Namen. Forschung soll nicht bei einer Erkenntnis im Labor enden, sondern ihren Weg in die medizinische Anwendung finden. Für Klaus Kratochwill ist genau diese Verbindung zentral: „Das ganze Gebäude steht ja im Zeichen der Translation. Die begleitet mich mein ganzes Forschungsleben.“

Eine entscheidende Rolle spielt dabei die unmittelbare Verbindung zum Universitätsklinikum AKH Wien. „Wir bekommen hier über die Brücke zum AKH die Patient:innenproben, die mit modernsten Methoden analysiert werden und mit Tiermodellen zusammengeführt werden, um Prozesse der Erkrankungen zu verstehen, um Therapien zu entwickeln, um die Wirksamkeit von Therapien zu testen. Und die werden dann auch wieder in die Klinik zurückgespielt“, beschreibt Kratochwill den Kreislauf zwischen Forschung und Krankenversorgung.

„Mit den modernen Methoden spannen wir den Bogen über alle Patient:innen, die hier medizinische Behandlung bekommen, von Kindern bis zu alten Patientinnen und Patienten, über diverse Erkrankungen, von Krebs bis zu neurodegenerativen Erkrankungen und kardiovaskulären Krankheitsbildern, von Muskelerkrankungen bis hin zu diversen immunologischen Erkrankungen.“

Klaus Kratochwill Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde / Core Facilities, Proteomics Unit

Seine Arbeit konzentriert sich auf die molekulare Analyse biologischer Prozesse. Im CTM können unterschiedlichste Materialien mit modernen Methoden der Core Facilities untersucht und mit Erkenntnissen aus experimentellen Modellen verbunden werden. Das Spektrum reicht dabei weit über einzelne Krankheitsbilder hinaus. „Wir spannen den Bogen über alle Patient:innen, die hier medizinische Behandlung bekommen, von Kindern bis zu alten Patientinnen und Patienten, in diversen Erkrankungen, von Krebs bis zu neurodegenerativen Erkrankungen und kardiovaskulären Krankheitsbildern, von Muskelerkrankungen bis hin zu diversen immunologischen Erkrankungen.“

Werner Höllriegl schafft mit seiner Core Facility eine wesentliche Grundlage für diese Forschung. Sein Team stellt Forscher:innen Serviceleistungen rund um Mausmodelle zur Verfügung. Mit dem CTM verbessern sich dafür die Bedingungen grundlegend. „Wir freuen uns sehr darauf, dass wir eine state-of-the-art, nigelnagelneue Vollbarriere bekommen. Das heißt, wir können unsere Mäuse unter höchsten hygienischen Standards halten.“

Hinzu kommt eine neue Möglichkeit, die für viele aktuelle Forschungsfragen besonders relevant ist: die Arbeit mit keimfreien Mäusen. „Das sind Mäuse, die kein Mikrobiom haben“, erklärt Höllriegl. Gerade dessen Bedeutung rückt zunehmend in den Fokus der Forschung. „Mittlerweile weiß man, dass das Mikrobiom eine zentrale Rolle spielt“, sagt er. Untersucht würden etwa Zusammenhänge mit Krebserkrankungen oder damit, ob Patient:innen auf bestimmte Therapien ansprechen oder nicht.

Im CTM treffen diese spezialisierten Tiermodelle auf moderne molekulare Analytik und klinische Fragestellungen. Dieses Zusammenspiel ermöglicht es, Beobachtungen aus Proben experimentell weiterzuverfolgen, Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und mögliche Therapieansätze zu überprüfen. Für Höllriegl ist entscheidend, dass die dafür notwendige Infrastruktur an einem Ort verfügbar ist: „Es ist einfach eine Facility, die alle Stückeln spielt. Also wo wirklich die modernste Technik es ermöglicht, modernste Forschung zu betreiben.“

Auch für Kratochwills Arbeitsalltag bedeutet das neue Zentrum einen großen Schritt. Bislang arbeitet sein Team in über Jahrzehnte adaptierten Flächen. Künftig werden die Forschungsgeräte der Core Facilities in eigens dafür ausgestatteten und klimatisierten Räumen zusammengeführt. „Unsere Maschinen können das erste Mal in einem speziell dafür adaptierten Umfeld an einem gemeinsamen Ort betrieben werden. Das wird einen riesigen Qualitätsunterschied machen und Synergien ermöglichen.

„Durchs Reden kommen die Leute zusammen. […] Es wird sicher sehr viel über die Forschung gesprochen, und ich glaube, das ist der Motor für jede Art der Kollaboration.“ 

Werner Höllriegl Core Facility Labortierzucht und -haltung

Doch moderne Infrastruktur allein schafft noch keine Innovation. Das CTM soll auch Menschen und Disziplinen zusammenbringen. Höllriegl verweist auf die offenen Begegnungsräume des Gebäudes: „Ich glaube schon: Durchs Reden kommen die Leute zusammen.“ Wenn sich Forscher:innen beim Kaffee treffen und austauschen, werde zwar auch Privates besprochen, „aber es wird sicher sehr viel über die Forschung gesprochen“. Für Höllriegl liegt genau darin eine wesentliche Stärke des neuen Zentrums: „Ich glaube, das ist der Motor für jede Art der Kollaboration.“

So entsteht im neuen CTM eine durchgängige Verbindung: von klinischen Fragestellungen und Patient:innenproben über molekulare Analysen und moderne Tiermodelle bis zur Entwicklung und Überprüfung neuer Therapien. Und im besten Fall führt dieser Weg wieder dorthin zurück, wo er begonnen hat: zu den Patientinnen und Patienten.